Wildniswege im Siebengebirge

In intensiver Bearbeitung durch eine Arbeitsgruppe des VVS unter Leitung von Forstdirektor Thomas Hans Deckert (LBWuH)

Auf 27.5 km machen 55 Stationen das Wildnisgebiet erlebbar.

Das 520 ha umfassende Wildnisgebiet des VVS existiert nunmehr seit 10 Jahren. Eine Broschüre des VVS aus dem Jahr der Einrichtung ist mittlerweile vergriffen. Da liegt es auf der Hand, ein Heft herauszugeben, das die Ideen und Ziele des Wildnisgebietes beschreibt, in dem der VVS die forstliche Nutzung dauerhaft eingestellt hat.

Vor allem sollen die Besucher über ausgewiesene Wildnispfade an markanten Punkten, den insgesamt 55 „Wildnisfenstern“, die Natur in ihrer besonderen Schönheit erleben. Jedes Wildnisfenster wird in einer noch zu erstellenden Broschüre durch ein charakteristisches Foto anschaulich repräsentiert und mit einem kurzen Text in seinen Besonderheiten beschrieben, die vor Ort in der unmittelbaren Anschauung nachvollzogen werden können. Die Wildnisfenster repräsentieren:

  • Buchenwaldgesellschaften auf unterschiedlichen Standorten,
  • wärmeliebende Eichen-Hainbuchen-Wälder,
  • Windwurf- und Kahlschlagflächen mit ihren Sukzessionen
  • trockene Felsstandorte des ausgewiesenen Wildnisgebietes
  • anthropogene Steinbruchfolgelandschaften,
  • offene Wiesen- und Streuobstbereiche
  • naturnahe Fließgewässer
  • Flächen der naturnahen Waldbewirtschaftung in den Randbereichen des Wildnisgebietes

Sie alle bieten vielfältige Einblicke in natürliche Abläufe und Ökosystementwicklungen.

Damit die Erkundungen auch für Familien mit Kindern interessant werden können, gibt es an den Wildnisfenstern jeweils einen besonderen Hinweis bzw. eine Beobachtungsaufgabe für Kinder. Für fachlich besonders interessierte Leser wird ein Anhang mit Artensteckbriefen angefügt.

Die Kennzeichnung der Wildnisfenster in der Landschaft geschieht durch grob zurechtgeschnittene schlichte Pfosten aus unbehandeltem Robinienholz, die Nummern tragen, welche der Kennzeichnung der Wildnisfenster in der Broschüre entsprechen. Auf diese Weise wird der Eingriff in die Natur besonders gering gehalten, da keinerlei Infotafeln aufgestellt werden. Vor Ort werden die Pfade durch entsprechende Markierungszeichen kenntlich gemacht.

Geplant sind fünf Wildnisrouten mit einer Gesamtlänge von 27.5 Kilometern.

An diesem Thema „Wildnis“ Interessierte Besucher sollen sich im Forsthaus Lohrberg des VVS für fünf Euro eine Begleitbroschüre besorgen und können an den jeweiligen Stationen weitere Informationen nachschauen.

Eine digitale Variante mit QR-Codes und dem Abfragen über Hands-Apps ist mittelfristig auch geplant, doch ist diese Lösung mit bis zu 50.000 € nicht gerade preiswert zu haben.

Die Eröffnung und Einweihung der „Wege zur Wildnis“ ist wegen der Corona-Pandemie leider nicht – wie geplant im 150. Jubiläumsjahr des VVS 2020 – möglich, sondern ist auf das Frühjahr 2021 verschoben worden.

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