Bewirtschaftung des Waldes

Der Siebengebirgswald

Klimawandel , Borkenkäfer und sonstige Schäden

In Folge der beiden Trockenjahre 2018 und 2019 hat sich im Siebengebirge wie in ganz West- und Mitteldeutschland eine Borkenkäferkalamität bisher nie gekannten Ausmaßes entwickelt. Zur Dürre hinzu kommt der Borkenkäfer, denn die Trockenheit macht die Bäume weniger widerstandsfähig. Je mehr Wasser ein Baum zur Verfügung hat, desto mehr harz kann er produzieren.Je mehr Harz er produziert, desto mehr kann er sich gegen einbohrende Insekten wehren.

In diesem Jahr setzt sich diese Kalamität – bedingt durch die große Frühjahrstrockenheit – mit noch größerer Dynamik fort. Es ist davon auszugehen, dass nahezu sämtliche Fichtenbestände im NSG Siebengebirge durch den Borkenkäfer befallen und absterben werden. Im Zeitraum Januar 2018 bis Juni 2020 wurden im NSG Siebengebirge in allen Waldbesitzarten ca. 55 000 fm Fichten-Kalamitätsholz gefällt.

Innerhalb des VVS-und Staatsforst-Wildnisgebietes werden die abgestorbenen Fichten mit Ausnahme in Wegesnähe (Hintergrund Gefährdungspotential durch umstürzende Fichtengerippe in Folge von Stammfäulen) nicht entfernt. Hier soll sich unter den abgestorbenen Fichten zunächst ein Pionierwald aus Birken und Weiden natürlich entwickeln. Unter dem Schutz dieser Pioniergehölze entwickeln sich dann im Laufe von Jahrzehnten Halbschattbaumarten Bergahorn, Vogelkirsche und Esche sowie Schattbaumarten  wie die Buche, Hainbuche.

 

Auf VVS-Areal ist der Anteil der Fichtenflächen mit ca.20 % relativ gering, da der Verein weitsichtig bereits seit 1908 und  insbesondere seit 1960  überwiegend einheimische Laubhölzer angepflanzt hat. Außerhalb des Wildnisgebietes wird versucht, die vom Borkenkäfer befallenen Flächen, im öff. Wald (3036 ha) im NSG Siebengebirge (Land NRW, Stadt Bad Honnef, VVS) insgesamt ca. 550 ha mit Schwerpunkt im südichen Siebengebirge – durch bodenschonende Holzernteverfahren zu fällen und als wertvollen nachwachsenden und CO2-neutralen Rohstoff zu nutzen.

Die dort stehenden Fichten müssen aus Gründen der Arbeitssicherheit gefällt werden, um ein Betreten der Flächen durch Forstarbeiter zu ermöglichen. Denn die Flächen werden im Wege einer sog. Trupppflanzung – es werden im Abstand von ca. 15 m Trupps von jeweils ca. 10 bis 15 einheimische Laubbäume gepflanzt. Zwischen den Trupps soll sich der Wald natürlich verjüngen mit Pionierbaumarten. Im Ergebnis wird durch diese Mischung von aktiver Pflanzung und natürlicher Verjüngung der Grundstein für einen klimastabilen Mischwald der Zukunft gelegt. Die jungen Kulturen (Eiche, Haimbuche, Esskastanie, Kirsche) bedürfen aber in den nächsten Jahren einer regelmäßigen Pflege (sog. Mischwuchsregulierung), um dieses Ziel zu erreichen

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