Hohe geologische Auszeichnung für das Siebengebirge

Im Wettbewerb „Die bedeutendsten Geotope in Deutschland“ hat die Akademie der Geowissenschaften zu Hannover am 12. Mai 2006 das Siebengebirge mit dem Prädikat ausgezeichnet. Im Jahr 2016 wurde diese Auszeichnung um weitere 10 Jahre verlängert.

Geotope sind bedeutende Dokumente für die Geschichte einer Landschaft, sind also Landschaften, in denen die Entwicklungsgeschichte der mehr als vier Milliarden Jahre alten Erde besonders anschaulich und bestens erhalten erkennbar ist. Diese „Zeugen“ der Vergangenheit sollen durch die Bezeichnung „Geotop“ als etwas hervorgehoben werden, das als natürliches Phänomen außergewöhnliche Bedeutung hat, Beachtung verdient und besonderer Pflege wert ist. 

So zählen die Aufschlusswände am Drachenfels, an der Wolkenburg und am Großen Weilberg, die durch den Steinabbau freigelegt wurden, zu den klassischen Stellen geologischer Forschung. Mitte des 19. Jh. setzten Schutzbestrebungen für das von den Naturgelehrten und Reisenden der damaligen Zeit hoch gelobte Vulkangebiet ein. 1836 konnte der völlige Abbau der Drachenfelskuppe gerade noch verhindert werden, und so wurde der Drachenfels zu einem der ersten staatlich geschützten Geotope in Mitteleuropa.

Als bedeutender Geotop befindet sich das Siebengebirge in bester Gesellschaft herausragender deutscher Geotope, so u.a. die Insel Helgoland, die Wattenmeerküste an der Nordsee, die Kreideküste von Jasmund auf Rügen, die Harzer Blockhalden, die Externsteine im Teutoburger Wald, der Braunkohleabbau Hambach westlich von Köln, die Grube Messel bei Darmstadt, die Kristallsalzschlotte im Erlebnis Bergwerk Merkers/Thüringen, das Elbsandsteingebirge, der Kaiserstuhl, das Nördlinger Ries, das Altmühltal, die Partnachklamm, das Werdenfelser Land/Bayern.

Die geologische Bedeutung des Siebengebirges als Dokument für die Entwicklung der Erde liegt in seiner vulkanischen Entstehung, die vor 25 Millionen Jahren begann und an zahlreichen geologischen Aufschlüssen nachvollziehbar ist.

Menü