Geologie/Vulkanismus

Landschaft aus Vulkanruinen

Die Geologie des Siebengebirges

Vor etwa 400 Millionen Jahren, im Unterdevon, war das Siebengebirge Teil eines Meeres. Flüsse vom Festland im Norden führten Sande und Schlämme heran, die sich auf dem Meeresboden ablagerten. Unter dem Druck der Wassersäule und der eigenen Ablagerungen verfestigten sich diese Ablagerungen, hier im Raum zu Grauwackenschiefer, der den Sockel des Siebengebirges ausmacht. Vor rund 320 Millionen Jahren zog sich das Meer zurück und die mächtigen Lagen der Devongesteine wurden durch Gebirgsbildung gefaltet, eingeengt und mehrere hundert Meter herausgehoben. Es entstand das Rheinische Schiefergebirge, das im Laufe weiterer Jahrmillionen zu einem Rumpfgebirge mit welliger Oberfläche eingeebnet wurde.

Vor rund 25 Millionen Jahren, im Zeitalter des Oligozän, setzte im Siebengebirgsraum eine vulkanische Tätigkeit ein, die das Bild der Landschaft entscheidend veränderte. Diese vulkanische Periode setzte mit Durchbrüchen riesiger Mengen vulkanischer Aschen, der Tuffe, ein, die das Siebengebirge mit einer Mächtigkeit von 300 – 400 m bedeckten.

Im Anschluss an die Tufferuptionen drangen Gesteinsschmelzen, Magmen, aus der Tiefe in die auflagernden Tuffmassen ein, zuerst die Trachyte, dann die Latite und schließlich Basalte: im Alter folgen sie also abnehmendem Kieselsäuregehalt. Sie erstarrten entweder unter Tuffbedeckung zu Quellkuppen oder durchdrangen die Tuffdecke und bildeten unter freiem Himmel Staukuppen oder Trichterkuppen. Durch Verwitterung und Abtragung wurde der größte Teil der Tuffmassen zersetzt und verfrachtet. Immerhin beträgt die Tuffdecke an einigen Stellen heute noch 100 m; am Oelberg ist sie gar noch mächtiger. Dabei wurden die aus widerstandsfähigeren Gesteinen bestehenden vulkanischen Kuppen freigelegt und zum Teil mehr oder weniger stark zerstört.

Umläufer Stenzelberg

Die vielfältigen Gesteine des Siebengebirges wurden rund 2000 Jahre genutzt, erstmals im 1. Jahrhundert v. Chr. bei der Anlage eines germanischen oder keltischen Ringwalls auf dem Petersberg. Die Römer nutzten den Drachenfels-Trachyt, ebenso die Kölner Dombauhütte von etwa 1250 – 1550. An zahlreichen Kirchen (u.a. Köln, Aachen, Bonn, Limburg, Neuß, Xanten) findet man Siebengebirgsgestein; ebenfalls an den Barockschlössern Bonn, Brühl und Bensberg. Der Stenzelberg-Latit diente im Mittelalter bereits für den Bau der Abtei Heisterbach. Die Ofenkaulen zeugen vom Abbau des Tuffgesteins für den Bau von Backöfen bis hin nach Westfalen, Holland, Belgien und Frankreich. Großflächig schlug der Basaltabbau im 19. Jahrhundert für Festungsbauten, Uferbefestigungen, Eisenbahn- und Straßenschotter Wunden in die Siebengebirgslandschaft.

Das Siebengebirge und seine Umgebung ist also eine Landschaft aus Vulkanruinen, in denen Steinbrüche früherer Zeiten herrliche „geologische Fenster“ geschaffen haben, die einen ausgezeichneten Einblick in die vulkanische Entstehungsgeschichte des Siebengebirge geben, so vor allem am Weilberg, am Nücker Felsenweg der Oberkasseler Rabenley, am Stenzelberg, am Osthang des Oelbergs, am Drachenfels und am Himmerich.

 

Basaltrosette

Basaltrosette des Kutzenberg

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