Geschichte und Bedeutung des VVS

Die vielfältigen Gesteine des Siebengebirges wurden seit der Römerzeit fast 2000 Jahre lang genutzt, am intensivsten im 19. Jahrhundert, als durch rücksichtslose Ausbeutung der Trachyt-, Latit-, besonders aber der Basaltsteinbrüche, das Siebengebirge, und hier vor allem die weithin sichtbaren Gipfel, zerstört zu werden drohten.

Die Rheinromantik des 19. Jahrhunderts, entscheidend mit ausgelöst durch die seit 1817 mit Dampfschiffen anreisenden Engländer, erkannte den Wert und die Schönheit der Siebengebirgslandschaft.

Das romatische Dreieck Drachenfels-Nonnenwerth Rolandseck von William Turner, 1817

Als 1826 die Stadt Königswinter den Drachenfels für 800 Taler an eine Steinhauergewerkschaft verkaufte, begann diese sofort mit 250 Arbeitern den Drachenfels abzubauen. Daraufhin untersagte die preußische Regierung 1828 jeden weiteren Abbruch am Drachenfels und erwarb 1836 den oberen Teil des Drachenfels mitsamt der Ruine für 10.000 Taler. Es war dies die erste Großtat eines deutschen Staates auf dem Gebiet des Naturschutzes.

Diese Idee der Erhaltung, vor allem aber der Erschließung der herrlichen Siebengebirgslandschaft für den Tourismus war das Ziel des 1869 im Bonner Hotel „Zum Goldenen Stern“ gegründeten Verschönerungsverein für das Siebengebirge – VVS, dessen erster Vorsitzender Excellenz a. D. Heinrich von Dechen wurde. Mit der gezielten Ausrichtung auf die Erhaltung des Siebengebirges ab etwa 1895, als die Basaltbrüche sich immer weiter ausdehnten, wurde der VVS auch ein Naturschutz- bzw. Naturdenkmalverein.

Der Oelberg, mit 461 m der „Riese“ des Siebengebirges, für Alpenkenner jedoch nur eine „Irritation am Horizont“, ist seit 1873 Eigentum des VVS und seitdem der „Hausberg“ des VVS

Um sein Ziel der Erhaltung der Siebengebirgslandschaft zu erreichen, nutzte der VVS verschiedene Strategien: er erwarb Grundstücks-Schutzstreifen, so dass sich Steinbrüche nur bis zu diesen Schutzstreifen ausdehnen konnten; er kaufte komplette Steinbrüche auf; er drohte mit dem ihm 1899 von der preußischen Regierung verliehenen Enteignungsrecht und letztlich gelang es dem politisch sehr einflussreichen Verein, bei Kaiser Wilhelm II. die Durchführung einer Lotterie zur Beschaffung neuer finanzieller Mittel zu erreichen, die dem VVS rund 2.5 Millionen Mark brachten, mit denen er weitere Flächen aufkaufen konnte. Heute ist der VVS – er hat derzeit 1.730 Mitglieder – Besitzer von 850 ha im zentralen Siebengebirge.

1922 führte die erfolgreiche Arbeit des VVS zur Anerkennung des Siebengebirges als eines der ältesten deutschen Naturschutzgebiete. 1958 erhielt es den Status eines Naturparks, dessen Träger seit 1986 der VVS ist. 1971 wurde es erstmals mit dem Europadiplom ausgezeichnet, das bisher nur an sieben Naturschutzgebiete in Deutschland verliehen wurde und zuletzt im Jahre 2011 bis 2021 verlängert wurde. Im Jahre 2006 wurde dem Siebengebirge das Prädikat „Nationaler Geotop“ zuerkannt.

2010 richtete der VVS in einem Vertrag mit dem Land NRW auf 523 ha seiner Waldflächen das erste offizielle „Wildnisgebiet“ außerhalb der Nationalparke in Deutschland ein.

Ende 2012 zog der VVS mit Teilen seiner Naturparkausstellung aus den angemieteten Räumen der ehemaligen Naumann-Stiftung in das vereinseigene Forsthaus Lohrberg um. Dort unterhält er ein Informationszentrum zum Siebengebirge mit einer kleinen, aber beachtenswerten Ausstellung. Der VVS beabsichtigt, in den kommenden Jahren auf den zum Forsthaus gehörenden Garagen ein neues Umweltbildungs- und Wildniszentrum für den Naturpark Siebengebirge zu errichten.

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