VVS aktiv im Naturpark

Verkehrssicherungsmaßnahme (VSM) an der L331

Verkehrssicherung hat in den letzten Jahren eine immer größere Bedeutung gewonnen. So müssen Waldbesitzer gegenüber öffentlich gewidmeten Verkehrsflächen die Bestockung in einem Zustand halten, dass unter normalen meteorologischen Bedingungen keine Gefahr für Verkehrsteilnehmer ausgeht. Das trifft somit auch für die L331 zu. Für den VVS-eigenen Wald ist durch die Festlegungen im Wildnisvertrag der VVS für den Wirtschaftswald und das Land Nordrhein-Westfalen, vertreten durch den Landesbetrieb Wald-und-Holz (LB W&H), für die Wildnisgebiete verkehrssicherungspflichtig.

Ein weiterer Eigentümer mit erheblichem anliegendem Eigentum an der L331 ist die Gut Wintermühlenhof GbR. Als vierter Mitspieler kommt der Landesbetrieb Straßen NRW hinzu, denn ein Randstreifen neben der Straße ist fast immer Teil der Straßentrasse. Dieser Randstreifen kann auch mal breiter sein, z. B. wenn ein Hang/eine Böschung erst durch den Straßenbau entstanden ist.

Da straßennahe Baumfällungen fast immer mit einem Eingriff in den fließenden Verkehr verbunden sind, wurde von den vier betroffenen Eigentümern eine gemeinsame Maßnahme beschlossen, bei der die L331 voll gesperrt werden sollte. Um den zu erwartenden Umfang zu ermitteln, führten die jeweiligen Eigentümer eine Bewertung der Bestockung in mindestens einer Baumlänge vom Straßenrand aus durch.

Für den VVS machte das Herr Redemann als der unseren Wald betreuende Förster und der für alle Aktivitäten um die Verkehrssicherung zuständige stv. Vorsitzende des VVS, Gerhard Müller. Sie gingen die im Eigentum des VVS befindlichen Randbereiche der L331 ab und schauten jeden Baum an. In die Bewertung wurden z. B. Vitalität, Stammschäden und Ausrichtung des Baumes, also Neigung in oder entgegen der Straße, einbezogen. Auch Bäume in der zweiten Reihe wurden dahingehend bewertet, ob sie bei einem Umfallen einen Baum in der ersten Reihe mitreißen und so eine Gefahr für den Straßenverkehr darstellen könnten. Dabei wurde jeder Baum erfasst, der als Gefahrenbaum eingestuft wurde und der Stammdurchmesser ermittelt, denn der Preis für die Fällung eines Baumes hängt eben von diesem ab. Da der Landesbetrieb Straßen NRW die Bewertung seines Anteils auf den Landesbetrieb Wald  & Holz übertragen hatte, wurden auch diese Bäume von ihnen mit bewertet und erfasst. Am Ende der Bestandsaufnahme umfasste die Liste der zu fällenden Bäume aller vier Beteiligten ca. 420 Bäume.

Mit dieser Zahl ging der federführende LB W&H in eine Ausschreibung. Als Termin für die Maßnahme wurde das Wochenende 29. Feb./1. März festgelegt. Gleichzeitig wurde die Maßnahme mit der Unteren Naturschutzbehörde des Rhein-Sieg-Kreises abgesprochen. Da bei den zu fällenden Bäumen auch einige alte Buchen mit Hohlräumen dabei waren, wurde zur Auflage gemacht, an diese vor der Fällung anzuklopfen‘, damit darin schlafende Fledermäuse die Chance hätten, sich in Sicherheit zu bringen. An der grundsätzlichen Notwendigkeit der VSM bestand aber kein Zweifel. Da die L331 anfänglich zwischen der Auffahrt zum Drachenfels, später von der Petersbergauffahrt bis zur Kreuzung Margarethenhöhe voll gesperrt werden musste, wurde zudem eine Firma mit der Umleitungsplanung, -genehmigung und –ausschilderung beauftragt. Allein diese Arbeit schlug in der Gesamtrechnung mit ca. 6.000 Euro zu Buche.

Am 28. Februar war es dann soweit, der Unternehmer rückte mit zwei Fällbaggern an und stellte sie für den nächsten Tag bereit. Am 29. Februar wurde gegen 8 Uhr die Straße gesperrt, und an jeder Sperrung wurde Personal postiert, das uneinsichtige Verkehrsteilnehmer davon abhalten sollte, doch in den gesperrten Bereich einzufahren – eine Maßnahme, die sich als zwingend notwendig herausstellen sollte.

Als erstes wurde der westliche Bereich abgearbeitet, sodass die Absperrung von der Drachenfelsauffahrt im Laufe des frühen Nachmittags des ersten Tages bis zur Petersbergauffahrt zurückgenommen werden konnte. Im Laufe des Tages rückte dann ein Großhacker an, mit dem man Baumstämme bis zu 1 m Durchmesser zu Hackschnitzeln verarbeiten kann. Der Abtransport der Hackschnitzel sowie verwertbaren Baumstämme und deren arbeitsortnahen Zwischenlagerung stellte eine zusätzliche Herausforderung dar. So waren ständig zwei Lkw mit Mulden für die Hackschnitzel und ein Lkw für den Transport von Stämmen im Einsatz.

Am Sonntagmittag zeichnete sich ab, dass die Planung, mit zwei Arbeitstagen auszukommen, falsch war. Es fehlten noch ca. 700 m auf beiden Seiten der Straße. So musste die Arbeit am 1. März bei Sonnenuntergang beendet werden. Nach der Reinigung der Fahrbahn wurde die Straße wieder für den Verkehr freigegeben. Am folgenden Samstag wurde die Maßnahme dann erfolgreich abgeschlossen.

Sieht man von der zeitlichen Verzögerung ab, ist die Maßnahme ohne größere Probleme abgelaufen. Wenig erfreulich und vor allem unverständlich waren jedoch die Reaktionen einiger Verkehrsteilnehmer gegenüber den Sicherungsposten.

Als die Maßnahme abgeschlossen wurde, waren ca. 450 Bäume gefällt worden. Davon entfielen knapp die Hälfte auf den Landesbetrieb Straßen NRW. Für den ca. 14 %igen Anteil des VVS musste der Verein ca. 4.000 Euro überweisen.

(GM)

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