Häufig gestellte Fragen

Siebengebirge

  • Wie kommt das Siebengebirge zu seinem Namen, obwohl es über 40 Berge hat?

Wenn man Landschafts – oder Flurnamen erklären will, muss man nach alten Urkunden suchen, möglichst vor dem 17. Jh. Keinerlei Urkunde und Karte finden wir zu dem so oft angeführten Namen „Siefengebirge“, wohl aber 1570  und 1587 in unterschiedlichen Quellen die lateinische Bezeichnung „septem montes“ und „septimontium“ = sieben Berge bzw. in einer Skizzenbeschreibung 1635 den Namen „Die Siebenbergen“ Die genaue Zuordnung zu den heute aufgeführten sieben Bergen erfolgte erst Mitte des 19.Jh.. Bis dahin gehören vielfach ganz andere Berge dazu, wie z.B. Himmerich oder Breiberg. Die „Sieben“ steht hier u.E. stellvertretend für eine größere Menge, d.h. die „Sieben“ ist Mengenbegriff, kein Zahlwort. Der „Siebenschlau“ ist ein mehrwissender Besserwisser, der  „Siebenstich“ ist der mehr als sieben Stiche benötigende Schneider. In diesen und vielen anderen Begriffen (u.a. Pack deine sieben Sachen/ Siebenmeilenstiefel) wird das nachfolgende Wort verstärkt, um eine  nicht zu fassende Zahl – wie auch bei den 40 Kuppen des Siebengebirges auf engem Raum – zu bezeichnen. (KB)

 

  • Welcher Berg lieferte Steine für den Bau des Kölner Domes?

Mit dem Beginn des Baus des Kölner Doms im Jahre 1248 richtete die Dombauhütte einen Steinbruch im Gipfelbereich des Drachenfels ein und förderte bis zum vorläufigen Ende des Dombaus um 1550 insgesamt über 140.000 t Trachytgestein (Angaben der Dombauhütte) vom Drachenfels auf dem Wasserweg nach Köln. Das Gestein wurde von der Höhe des Berges auf einer Rutsche (s. Foto) zum Rheinufer transportiert, von wo Lastschiffe es stromabwärts bis unmittelbar an die Dombaustelle beförderten.

 

  • Welche Berge trugen im Mittelalter Burgen?

Im Siebengebirge wurden im Mittelalter vier Berg – Burgen erbaut. Drei davon errichtete der Erzbischof von Köln zur Sicherung der Südgrenze seines damaligen Territoriums, deren mächtigste und älteste die 1118 erbaute Wolkenburg war, der 1148 die nahe gelegene Burg auf dem Drachenfels folgte. Die um 12OO ebenfalls von ihm angelegte kleinere Burg Rosenau wurde 1243 an das Kloster Heisterbach verkauft, das sie abreißen ließ und die Steine zum Bau der Klosteranlagen verwandte.

Gegen so viel erzbischöflicher Macht am Siebengebirge reagierten die Grafen von Sayn, denen das östliche und südliche Siebengebirge mit Honnef und Aegidienberg unterstand, mit dem Bau der 1247 erstmals erwähnten Löwenburg als Wahrzeichen ihres Territoriums.

  • Warum wird die Buche als „junge“ Baumart bezeichnet?

Die Buche ist nach der letzten Eiszeit als die letzte unserer heutigen heimischen Baumarten nach Mitteleuropa zurückgekehrt. Sie hatte sich jenseits der Alpen zurückgezogen, in den Apennin, den südlichen Balkan und die Pyrenäen. Die Einwanderung erfolgte wohl vor etwa 7000 Jahren vom heutigen Slowenien aus über die Ostalpen, das Donautal und Böhmen bis in das norddeutsche Tiefland und von dort über Dänemark bis Südschweden. Die Wanderung der Buche ist bis jetzt nicht abgeschlossen und wird sich im Zuge von Klimaveränderungen fortsetzen.

  • Wie alt sind die Buchenwälder in Deutschland, speziell im Siebengebirge?

Die Wälder im Norden Deutschlands sind relativ jung. So entwickelten sich auf Rügen Buchenwälder erst vor 800 Jahren. Dagegen sind in den Mittelgebirgen die Buchenwälder bereits mehrere 1000 Jahre alt. Es ist davon auszugehen, dass das Siebengebirge seit dieser Zeit mit Buchenwäldern bestückt ist.

 

  • Warum sind alte, nutzungsfreie Buchenwälder so wertvoll?

In bewirtschafteten Wäldern wird die Buche in der Regel in einem Alter von 120 – 160 Jahren genutzt, d.h. gefällt. Ihre natürliche Lebensgrenze liegt aber weit höher: 250 – 300, z.T. über 400 Jahre. Erst mit zunehmendem Alter werden Buchen dicker, wird ihr Stamm rissiger, Äste brechen ab, Baumhöhlen entstehen. Hier finden Pilze und Flechten, Kleinsäuger, Insekten und Vögel ihren Lebensraum. Tote Bäume oder Teile davon werden von spezialisierten Arten besiedelt und letztlich im zersetzen Zustand dem natürlichen Kreislauf übergeben. Wenn in einem unbewirtschafteten Buchenwald ein alter Baum stirbt, macht er Platz für neues Leben. Das kleinflächige Nebeneinander von alten und jungen Waldpartien macht diese Wälder so vielfältig.

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