
Mit Beginn des neuen Jahres richten Forstwissenschaftler eines Umwelt- und Planungsbüros im Auftrag des VVS eine permanente ökologische Stichprobeninventur (PSI) zur Erfassung von Waldstruktur und Vegetation im vereinseigenen Wildnisgebiet ein.
Ziel dieser erstmals durchgeführten Inventur ist es, den Zustand der Wälder im Wildnisgebiet zu beschreiben und Aussagen über deren Naturnähe bzw. Naturferne und Biodiversität zu machen. Die Inventur dient der Erkundung von Aufbau und Entwicklung der natürlichen und naturnahen Lebensgemeinschaften im Wildnisgebiet des VVS.
Wildnis im Raster

Die Inventur basiert auf einem regelmäßigen Raster von 91 per GPS vermessenen und dauerhaft markierten Stichprobenkreisen. Alle 250 m werden der stehende und der liegende, lebende und tote Waldbestand nach Baumarten und die Gehölzverjüngung erfasst.
Auch Kleinstrukturen (Mikrohabitate) an lebenden und toten Gehölzobjekten wie Höhlen, Moosdecken, Rindenspalten oder Baumpilze werden lagegenau identifiziert und protokolliert. Sie sind wertvolle Indikatoren bzw. der Treibstoff für die Biodiversität von Wäldern.
Zusätzlich zu den reinen Waldstrukturen werden ab Beginn der Buschwindröschenblüte (März/April) noch die krautige Bodenvegetation und in den Monaten Juli/August die Grasvegetation in den Stichprobenkreisen erfasst.
Die Stichprobenaufnahmen werden zukünftig alle 10 Jahre wiederholt.
Die Ergebnisse der Kartierarbeiten lassen wissenschaftlich fundierte Aussagen über das natürliche Veränderungs- oder Anpassungspotential (z. B. an den Klimawandel) eines Naturwaldes zu. An den Stichprobenpunkten können zukünftig auch spezielle Untersuchungen (Pilze, Moose, Insekten) eingehängt bzw. Suchräume für Kennarten in Naturwäldern („Urwaldreliktarten“) identifiziert werden.




