Auch der Petersberg hatte eine Zahnradbahn

Auch wenn er 1200 Jahre vor dem Drachenfels besiedelt wurde und zudem 10 m höher ist, bekam er seine Zahnradbahn  erst 1889, d.h. ein Jahr nach dem Drachenfels. Aber der Petersberg hatte auch keine Burg mit hoch aufragendem Bergfried, die die Rheinromantiker besangen und malten. Er hatte allenfalls seit dem 13. Jhdrt. eine kleine Kapelle, zu der vier schmale Bittwege von Königswinter, Oberdollendorf, Heisterbach und Ittenbach führten, die mehr als holprig waren und nur an bestimmten Tagen begangen wurden. Selbst die ersten Mönche, die im 12.Jahrhundert oben siedelten, verließen ihn wieder und zogen hinunter ins Heisterbachertal.

Aus diesem Dornröschenschlaf erwachte der Petersberg erst im 19. Jhdrt., als die Kölner Familie Nelles 1861 das erste kleine Hotel mit Restauration auf dem Gipfel baute. Doch war die Zahl der Gäste mehr als beschränkt, ganz im Gegensatz zum Drachenfels, wo seit 1883 die Dampfbahn  an manchen Tagen bis zu 1000 Personen auf den Berg fuhr. Was lag da näher, als am Petersberg ebenfalls eine Bahn  auf den Gipfel zu führen. Und das geschah dann in Windeseile. Von März 1888 bis April 1889 wurde die Petersbergbahn nach demselben technischen System wie die zum Drachenfels errichtet, erreichte aber nie die Attraktion der Drachenfelsbahn, auch nicht, als Ferdinand Mülhens 1914 das prächtige neue Hotel erbaute. Nachdem der Petersberg 1927 seine eigene Fahrstraße erhalten hatte, war der Petersberg v.a. Ziel wohlhabender Personen, die es vorzogen, mit dem eigenen Auto zum Gipfel zu fahren.

Der schwarze 14. September 1958, als 17 Personen bei der Talfahrt infolge der Überlastung des Bremssystems der Dampflok der Drachenfelsbahn den Tod fanden, beendete die Existenz beider Dampfbahnen. Während die Drachenfelsbahn elektrifiziert wurde und sich fortan bis heute größter Beliebtheit erfreut, bedeutete die Katastrophe am Drachenfels das Ende der Petersbergbahn, zumal eine Elektrifizierung auch dieser Strecke als nicht lohnend erachtet wurde.

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