Erfolgreiche Auftaktveranstaltung zum 150jährigen

Am 4. Dezember 1869 fand auf Einladung des damaligen Kölner Regierungspräsidenten Otto von Bernuth ein Treffen namhafter Persönlichkeiten im Bonner Hotel „Goldener Stern“ statt, um die Gründung eines Verschönerungsverein für das Siebengebirge zu beraten. Diesen Termin genau 150 Jahre später nahm der VVS zum Anlass für eine Auftaktveranstaltung zum Jubiläumsjahr, eine Podiumsdiskussion zum Thema „Klimawandel und Biodiversität – Auswirkungen auch im Siebengebirge“.

Der VVS-Vorsitzende Hans Peter Lindlar konnte im renovierten Königswinterer Hof rd. 130 Gäste begrüßen und freute sich, ihnen fünf Kapazitäten der jeweiligen Fachgebiete vorstellen zu können:

Foto: v.l.n.r. Prof. Weigend (Nees-Institut für Biodiversität der Pflanzen), Prof.  Böhme (Zoologisches Forschungsmuseum Koenig), Prof. Jessel (Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz), Forstdirektor Schütte (Regionalforstamt Rhein-Sieg-Erft), Karsten Schwanke (TV-Meteorologe), Karsten Brandt (Wetterexperte u Buchautor).

 

Zum Auftakt dankte Regierungspräsidentin Gisela Walsken als Schirmherrin des Jubiläumsjahres dem VVS für seinen so langjährigen Einsatz für das Siebengebirge, zeigte jedoch auch die auf das Siebengebirge zukommenden Probleme auf, da der Klimawandel auch hier angekommen sei.

Unter Leitung der Moderatoren Jörg Bertram (Radio Bonn-Rhein-Sieg) und Holger Wilcke (General-Anzeiger) – beide VVS-Vorstandsmitglieder – entwickelte sich eine lebhafte Diskussion, da die Zuhörer mit eingeschaltet waren.

Wesentliche Aspekte der Diskussion waren nicht die weithin bekannten globalen, sondern die lokalen Entwicklungen, z.B. der rasante kurzfristige Temperaturanstieg des Jahresmittels von 9.8 auf 12.5°C, die markante Zunahme der Zahl heißer Tage (>30^C) von drei Tagen seit 1950 auf derzeit neun Tage im Jahr. Oder die Abnahme der Eistage (<0°C) im gleichen Zeitraum von 28 Tagen auf 19. Zur Diskussion kam auch die Reaktion von Pflanzen (Bäumen) und Tieren auf die allgemeine Erwärmung. Pflanzen breiten sich weiter nach Norden aus. Zugvögel kommen früher zurück. Blühzeitpunkte von Pflanzen verschieben sich und passen dann nicht mehr zur Flugzeit der sie bestäubenden Insekten. Breiten Raum nahm die Waldentwicklung tausender wegen der Trockenheit absterbender Fichten im Siebengebirge ein, wobei Beate Jessel nicht von einem „Waldsterben“, sondern von einer „Waldkrise“ sprach, mit der Notwendigkeit Nadelwälder zu klimastabileren Mischwäldern zu entwickeln. Aus der Zuhörerschaft wurde der übermäßige Grünflächenverbrauch zu Bauzwecken kritisiert mit dem Hinweis, dass der künftige Wohnraum nicht das Einfamilienhaus auf der grünen Wiese sein kann.

Fazit: eine gelungene informative Veranstaltung, die ihren Abschluss in vielen persönlichen Gesprächen fand, zu denen der  VVS bei einem Umtrunk eingeladen hatte.

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